2. Preis

:mlzd, Berlin

Verfassende:

Pat Tanner
Daniele Di Giacinto
Claude Marbach
David Locher
Andreas Frank

Mitarbeitende
Architektur und Landschaftsarchitektur:

Friedemann Hack
Julia Domanska
Alan Bigelow
Pablo Grünig
Claude Marbach

Bauingenieurwesen:

wh-p ingenieure, Berlin
Mitarbeiter: Matthias Zeiml

Brandschutz:

Arup Deutschland GmbH, Berlin
Mitarbeiterin: Barbara Schmelz

Visualisierung:

wendewing, Berlin
Mitarbeiter: Marten Anderson

Modellbau:

Milde Modellbau, Berlin
Mitarbeiter: Bojan Kirilow

 

Beurteilung des Preisgerichts

Die Arbeit hebt sich durch seinen Entwurfsansatz heraus, der die Bebauung des Mahngerichts als eingeschossigen Baukörper, der sich bis in den Innenhof des „Jungen Lebens“ erstreckt, weiterdenkt.

Im städtebaulichen Ideenteil wird ein innovativer Lösungsansatz nicht ersichtlich. Zwischen dem geplanten Wohngebäude an der Heiligkreuzstraße und der im Nordosten gelegenen angedachten städtebaulichen Verdichtung bildet sich ein großzügiger begrünter Innenhofbereich, der von den Anwohnern genutzt werden kann.

Die Bebauung an der Heiligkreuzstraße wird als 4-geschossiger Neubau dargestellt, der im Erdgeschoss Räume für die Gemeinschaftsnutzung vorsieht. Größe und Zuschnitt dieser Fläche liegt – im Vergleich zu anderen Arbeiten – deutlich im oberen Bereich. Durch seine horizontale Fassadengliederung setzt sich der Neubau klar vom Altbau ab. Dies wird durch eine Fugenbildung, die durch die zurückgesetzte Erschließung entsteht, verstärkt. Der Altbau positioniert sich selbstbewusst mit einem großzügigen „Baumdach“ und einer angemessenen Fassadengestaltung.

Altbau und Neubau sind ab dem 1. Obergeschoss miteinander verbunden und bieten gemäß der Auslobung alle Wohnformen an. Die Wohneinheiten werden im ersten und dritten Geschoss durch einen Mittelgang erschlossen. Im zweiten Obergeschoss bietet ein loggiaähnlicher Laubengang eine Doppelnutzung als Treffpunkt für die Nutzer an. Flexible Faltwände in der zweiten Fassadenebene erlauben die aktive Gestaltung der gewünschten Wohn- und Privatsphäre. Das erste Obergeschoss verliert allerdings an Wohnqualität, da dort an der Südwestseite keine privaten Freiflächen angeboten werden. Das Angebot der Dachterrasse auf dem Dach der Bibliothek wird als Versuch der Kompensation  unter dem Aspekt der gemeinschaftlichen Nutzung gewertet.

Hinsichtlich der Geschosshöhe wird der Bestand aufgenommen. Dadurch entstehen relativ niedrige Räume im Neubaubereich. Zudem sind die Mikrozimmer in der Fläche und Möblierbarkeit eher knapp bemessen. Das Wohnen im Neubau sollte prinzipiell bezüglich der nutzbaren Flächen in den Privatbereichen vertiefend überplant werden.

Insgesamt verspricht der Entwurf interessante räumliche und atmosphärische Antworten auf der Suche nach neuem jungen Wohnen und Leben in Coburg.

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