3. Preis

Babler + Lodde Architekten, Herzogenaurach mit NABE architecture, Berlin

Verfassende:

Martin Lodde, Architekt,
Herzogenaurach
Volker Rupprecht, Architekt,
Herzogenaurach
Diego Lopez Arahuetes, Berlin
Marion Geinzer, Berlin

Mitarbeiter:

Thomas Verdnik
Stefan John

Landschaftsarchitektur:

GTL Landschaftsarchitekt, Berlin
Mitarbeiter: Mathias Gehring

Modellbau:

neoos design Modellbau, Nürnberg
Mitarbeiter: Martin Klöpfer

 

Beurteilung des Preisgerichts

Der neue Bau schafft im Realisierungs- und Ideenbereich durch die Leitidee eines zum Innenhof abgetreppten und vielfältig gegliederten Terrassenkomplexes überraschende und hochinteressant wirkende Raum- und Wohnsituationen, die den gewünschten Intentionen entsprechen. Die Arbeit weist bei näherer Betrachtung allerdings eine Reihe teils gravierender Schwächen auf.

Städtebaulich soll die Idee des Wohnens auf terrassierten Ebenen durch einen großen, fünfgeschossigen Komplex mit Atrien an der Wiesenstraße fortgeschrieben werden. Dieses Pendant zum Neubau an der Heiligkreuzstraße wirkt in Körnung, Setzung und Maßstäblichkeit verfehlt.

Problematisch ist der Umgang mit dem Bestandsbau an der Kreuzung. Die vorgesetzte Balkonschicht aus Horizontalbändern stellt zwar den Zusammenhang mit dem Neubau her, nimmt dem Haus aber gänzlich seinen zeittypischen Ausdruck. Zudem entstünden bei der Realisierung unangemessene technische Probleme.

Wenig sorgfältig erscheint die Ausbildung der Eingangssituation an der Gebäudefuge. Das Wasserspiel wirkt uninspiriert und zufällig. Zudem werden unmittelbar daneben störende Stellplätze angeordnet. Ungelenk ist die Abfolge der nach hinten verspringenden Gebäudekanten. In der Vertikalerschließung wurde die Abfolge der Treppen ebenfalls eher zufällig entwickelt und hat eine Tendenz zum ungewollt Labyrinthischen.

Zudem wird in Frage gestellt, ob die im Rendering gezeigte hohe Wohnqualität bei der Umsetzung in ihrer atmosphärischen Dichte tatsächlich hergestellt werden kann, da die technischen Anforderungen an die angestrebten Energieziele die hier gezeigte Feinheit in den Details (Dachaufbauten, Fenster- und Türausbildungen etc.) unglaubwürdig machen. Auch zielt die Anordnung von lediglich drei Wohneinheiten auf der obersten Ebene eher auf Effekt, ist in ihrem Aufwand aber unangemessen. Außerdem kann dieser Bereich nicht barrierefrei erreicht werden. Ob auf den oberen Terrassen die Durchdringung von Erschließung und Aufenthaltsbereichen im Außenraum zu starke Konflikte zwischen Privatheit und innerer Öffentlichkeit erzeugen könnte, wird kontrovers diskutiert. 

Ein weiteres Problem ist die Belichtung der Wohneinheiten über kleine Lichthöfe am Übergang zum Mahngericht. Hier wird die Funktionalität insbesondere in den unteren Geschossen in Frage gestellt.

Der Entwurf zeigt insgesamt interessante Aspekte auf der Suche nach jungem Wohnen und Leben in Coburg auf, kann aber nicht auf allen Ebenen überzeugende Antworten liefern.

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