Anerkennung

Aretz Dürr Architektur BDA, Köln

Verfasser:

Sven Aretz, Architekt M.Sc.
Jakob Dürr, Dipl.-Ing. Architekt

Mitarbeitende:

Sophie Schulten, M.Sc.
Benedikt Surmann, Architekt M.Sc.

 

Beurteilung des Preisgerichts

Stadträumlich schließt der Neubau als Viergeschosser die Lücke zwischen dem nun 6-geschossigen (teils aufgestockten) Bestand und dem niedrigerem Mahngerichtsgebäude zu einem Ensemble an der Heiligkreuzstraße. Die Quartiersecke wird in diesem Entwurf besonders durch eine Überhöhung betont.

Die vorgeschlagene Bebauung an der Wiesenstraße folgt dieser Logik leider nicht. Sie stellt in Ausrichtung, Dimensionierung und Formation keine befriedigende Lösung dar, wobei zudem die geforderte Anzahl der Stellplätze für das Mahngericht nicht erbracht wird. Im baumbestandenen Hof werden gute Freiraumoptionen angelegt, die hinsichtlich der Angebote und Freiraumgestaltung der Ausformulierung bedürfen.

Der Gebäudeverbund erhält in Neu- wie Bestandsgebäude eine klare Erschließungsstruktur. Die jeweilig kehrseitige Staffelung von Gemeinschaftsflächen zu Privaträumen, die je eigene Freibereiche erhalten, ist sehr überzeugend. Im Neubau zeigt sich als Besonderheit die lebendige Gemeinschaftszone an der Südseite der Stadt zugewandt. Das Wohnangebot ist stark auf das gemeinschaftliche Wohnen und Leben konzentriert. Die Hausstruktur erlaubt die Organisation von unterschiedlichen Einzelwohnungen und das Leben in Wohngemeinschaften bzw. Familienwohnen. Die Möblierungsausstattung mit persönlichem Stauraum (Schränke) ist schwer realisierbar.

Die Konstruktion des Neubaus ist als regelmäßige Stützenkonstruktion konzipiert. Die Flexibilität zur Wandlung der Wohnungsgrößen durch Veränderung von Wandmodulen ist nur mit Aufwand, also eher langfristig als rasch veränderbar möglich. 

Das Erdgeschoss bietet viel und variablen Raum für gemeinschaftliche Nutzungen. Wenngleich der Haupteingang gut und logisch an zentraler Stelle mit Durchgang zum Hof angelegt ist, erscheint er dennoch schwer auffindbar positioniert. Kritisch wird die Lage der Fahrradstellplätze gesehen, weil sie ungeschützt angeboten werden und eine abriegelnde Wirkung zwischen dem offenen Erdgeschoss und dem Freiraum wirkt.

Die erwähnte Materialwahl für Wellblech als Neuverkleidung des Bestandsgebäudes ist nicht überzeugend. Gestaltung und Materialität sind in der Darstellung zu undefiniert und verursachen Unklarheit und Unsicherheit in der Erwartungshaltung an die künftige Erscheinung bei aller wohlwollenden Berücksichtigung des Interpretationsspielraums der leichten Grafik.

Sympathische Nutzungsofferten finden sich auf den Dächern mit energieerzeugenden Elementen auf dem Hochpunkt und Dachgärten mit Gewächshaus auf dem Neubau.

Die Arbeit stellt einen inspirierenden Beitrag zum Jungen Wohnen in Coburg dar.

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